Into the Wild

Wer sind die Macher hinter kreativen Produkten und Leistungen? Beim Into the Wild – Designrundgang Offenbach wurden fünfzehn ausgewählte Agenturen, Designstudios und Co-Working-Spaces zu Gastgebern und öffneten ihre Türen für ein kreatives Fachpublikum sowie Entscheider und Macher aus anderen Branchen.

Es ist wirklich erstaunlich zu sehen, welchen Output Kreativunternehmen leisten. Ganz gleich, ob es die Gestaltung von Messeständen oder Web-Applikationen für namenhafte Unternehmen und Institutionen im In- und Ausland ist, die Werbung, die wir aus Web und TV kennen oder das Produktdesign jener Artikel, die wir tagtäglich in der Hand halten – in den Kreativunternehmen, die wir beim Designrundgang in Offenbach besuchten, entsteht rund um die Uhr das, was wir aus unserem Alltag kennen – und auch das, was Zukunft wird.

Die Arbeitswelt der Kreativschaffenden bleibt anderen meist verborgen. Auch innerhalb der Branche kennen die wenigsten die Studios und Räumlichkeiten der anderen.

Loimi Brautmann
Urban Media Project

Die Produkte und Leistungen sind uns bekannt – doch wie kommen die Macher dazu? Wie ist ihre Arbeitswelt organisiert, welche Prozesse und Logiken liegen ihrer Arbeit zugrunde. Wo, in welchen Räumlichkeiten findet die Arbeit statt? Das bleibt den meisten verborgen, auch innerhalb der Branche kennen die wenigsten die Studios und Räumlichkeiten der anderen. Into the Wild, ein Designrundgang durch Offenbach, war eine einmalige Möglichkeit, Antworten auf einige dieser Fragen zu erhalten. In Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes organisierten wir, das Urban Media Project, den Rundgang und ermöglichten so die Begegnung und den Austausch zwischen regionalen Kreativschaffenden und Vertretern aus anderen Branchen.

Sonst im Verborgenen

Die sorgfältig ausgewählten Gastgeber in der Offenbacher Innenstadt boten bei der Veranstaltung Ende September jeweils einen oder zwei Programmpunkte an, innerhalb derer sie jeweils Gruppen – teils bis zu 30 Personen – für eine Stunde zu sich einluden. In dieser Stunde erhielt der Gast aus erster Hand Auskunft zu Unternehmenskultur, Arbeitsweise und aktuellen Herausforderungen des Gastgebers. Zudem entstand Raum für Austausch und Fragen. Das Programm haben die Gastgeber individuell entwickelt, so wurden Führungen durch das Unternehmen, Workshops aber auch Präsentationen vorbereitet. Die Teilnehmer meldeten sich vorab über die Online-Plattform www.intothewild.design kostenlos und verbindlich für einen oder mehrere Programmpunkte an.

So hat zum Beispiel die Agentur Taste! einen spannenden Vortrag zum Thema Vermarktung von Food & Beverage Produkten im digitalen Zeitalter vorbereitet. Bei Cosalux gab es einen super spannenden Hands-on-Impulsvortrag zu allem, was das virtuelle Herz begehrt: von Oculus Rift bis Microsoft HoloLens. Und die E-Commerce Spezialisten von Four for business boten sogar einen Website Check für die eigene Unternehmenswebseite an.

Willkommene Vernetzung oder Let’s do This!

Eine spannende Erkenntnis von Into the Wild war, dass viele der Agenturen mit Ihrer Auftragslage mehr als zufrieden sind und – young Professionals aufgepasst – gerade das Thema Recruiting von qualifizierten Fachkräften eine große Herausforderung darstellt. Die Gastgeber haben sich vor diesem Hintergrund extrem über den Besuch von vielen Nachwuchstalenten und Studenten gefreut. Auch die Tatsache, dass andere Unternehmer mal vorbeischauen, bietet natürlich sofort Raum für Austausch und Vernetzung in einem Kontext, der neu und dadurch gleich auch inspirierend ist. Bei der abendlichen After-Show-Party kam es in ungezwungenen Rahmen zu Treffen unter Kollegen, Besuchern, Studierenden und anderen Protagonisten aus der Kreativszene Rhein-Main. Solche Treffen seien „gold“ wert und würden viel zu selten stattfinden, hieß es von einem der Gastgeber.

Insgesamt sind wir vom Urban Media Project als Veranstalter von Into the Wild sehr zufrieden. Dass wir im ersten Jahr auf so eine große Resonanz stoßen, damit haben wir nicht gerechnet. Die Veranstaltung scheint einen Nerv getroffen zu haben. Nicht bloß auf irgendwelchen Empfängen rumstehen und Sekt schlürfen, sondern gezielt ein passendes Publikum mit passenden Gastgebern zusammen bringen – das hat 1a funktioniert.

„Into the Wild – Designrundgang Offenbach“ wird im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes realisiert. „Into the Wild“ wird zudem von der SOH Stadtwerke Offenbach Immobilien, der Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach sowie von der Industrie und Handelskammer Offenbach am Main großzügig unterstützt.

Konzept / Realisierung / Gestaltung: UrbanMediaProject.de

Credits

Text: Loimi Brautmann, Urban Media Project

Fotos: ©Jessica Schäfer

Anstehende Veranstaltungen

  1. Kreativpiloten auf Deutschland-Tour – Hannover

    23. Juni @ 18:00 - 22:00
  2. Vortrag: Professionalisierung von Unternehmern/Innen der Kultur- und Kreativwirtschaft

    26. Juni @ 9:00 - 12:00
  3. Workshop: Professionalisierung in der Kultur- und Kreativwirtschaft

    4. Juli @ 10:00 - 14:00
  4. Verkauf und Vertrieb als kreativer Prozess. Kultur- und Kreativwirtschaft und Handwerk im Dialog

    17. Juli @ 18:30 - 20:30
  5. Gin & Genius

    27. Juli @ 18:30 - 22:30

Credits

Text: Loimi Brautmann, Urban Media Project

Fotos: ©Jessica Schäfer

Handfest werden

Was kann die Kultur- und Kreativwirtschaft beitragen zu den drängenden Fragen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft? Das wollen ab Juni rund 30 Akteure der Branche in den Kreativlaboren, den Labs, herausfinden. Im groß angelegten Projekt „Phase XI“ entwickeln sie umsetzbare Prototypen zu Themen wie Mobilität, Internet der Dinge, Bürokratieentwicklung und Diskussionskultur.

Mit Essen spielt man (nicht)

Köche werden zu Künstlern. Künstler zu Köchen. Kreative entwickeln neue Produkte und innovative Konzepte im Handwerk, der Gastronomie, der Landwirtschaft, im Handel und der Verarbeitung. Doch wenn es um die Zukunft unserer Ernährung geht, müssen sich Akteure noch besser vernetzen und zusammenarbeiten. Dafür haben wir Anfang Mai den Grundstein gelegt – im Workshop „Zukunft der Ernährung – neue Kooperationen für eine neue Esskultur!“.