Kreative Projekte in Zeiten von Corona

 

Die gute Idee

 

Die Leitlinien zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 und damit einhergehende Schließungen von Bildungs-, Sport- und Kultureinrichtungen haben zu gravierenden Veränderungen in nahezu allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen geführt. Wir wissen, dass diese Zeiten insbesondere für viele Unternehmer*innen der Kultur- und Kreativwirtschaft schwierig sind und sie finanziell von den wirtschaftlichen Folgen massiv betroffen sind (Informationen und Unterstützungsangebote zu dem Thema haben wir hier zusammengestellt: www.kreativ-bund.de/corona).

Jeden Mittwoch ab 18 Uhr wollen wir den Blick auf Ideen richten, die inmitten dieser Einschränkungen entstanden sind. Im Interview mit dem Moderator und Kulturjournalisten Konrad Spremberg erzählen die Gäste von ihren Projekten, die in und teilweise sogar durch die Krise entstanden sind. Falls Sie einen Livestream verpasst haben sollten, können Sie ihn hier nach-schauen.

Haben Sie selbst ein Projekt, das wir vorstellen sollten, oder von einer kreativen Idee gehört, wie Unternehmen mit der momentanen Situation umgehen? Dann schreiben Sie uns eine Mail an presse@kreativ-bund.de – wir freuen uns auf Ihre Vorschläge!

 


 

Die gute Idee: Persönliche Konzerte im allerkleinsten Rahmen

Ausgabe vom 27.05.2020

 

Im Gespräch:

Franziska Ritter
Szenografin & Mit-Initiatorin, 1:1 Concerts

Mit dem Projekt 1:1 Concerts haben Franziska Ritter und ihre Teamkolleg*innen eine Möglichkeit für ein reales Konzerterlebnis geschaffen, das unter Berücksichtigung aller geltenden Corona-Schutzmaßnahmen durchführbar ist und das Bedürfnis nach echten persönlichen Kontakten und unmittelbar geteilten musikalischen Erlebnissen stillt: 1 Musiker*in, 1 Zuhörer*in, 2 Meter Abstand – die 1:1 CONCERTS trotzen der Corona-Krise, schaffen künstlerische Kraftorte und erspielen Spendenbeiträge für die solidarische Unterstützung in Not geratener Musiker*innen.

Foto: 1:1 CONCERTS


 

Die gute Idee: Mit digitalen Wissenslandkarten durch die Corona-Infoflut navigieren

Ausgabe vom 20.05.2020

 

Im Gespräch:

Julia Köberlein
Gründerin, Geschäftsführung & Kreativdirektion, Kontextlab / Der Kontext
&
Bernhard Scholz

Gründer, Geschäftsführung & Chefredaktion, Kontextlab / Der Kontext

Die Flut an Informationen zur Corona-Pandemie geht damit einher, dass es zunehmend schwer fällt, sie in einen objektiven Gesamtkontext einzuordnen. Dort setzt das Kontextlab an. das digitale Wissensmaps technisch und inhaltlich aufbereitet. Ihre Wissensmap zur Corona-Pandemie liefert Hintergründe und Zusammenhänge aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft, Geschichte und Politik. Das Kontextlab wurde 2019 als Kultur- und Kreativpiloten ausgezeichnet.

 

Die gute Idee: Ein kooperatives Spiel über den alltäglichen Ausnahmezustand

Ausgabe vom 13.05.2020

 

Im Gespräch:

Clara Ehrenwerth
Autorin, Game-Designerin und Geschäftsleiterin, machina eX

In der kriseninspirierten Spontanproduktion LOCKDOWN des Game-Theater-Kollektivs machina eX schlüpft das Publikum in die Rolle von Tess’ WG-Mitgliedern. Das Smartphone wird zur Bühne und das Sofa zum Spielfeld. In Chats und Anrufen, an bekannten und unbekannten Orten des Internets entfaltet sich eine Geschichte, die die Spieler*innen aus ihren Wohnzimmern maßgeblich mitbestimmen können. Ein Spiel über den alltäglichen Ausnahmezustand und das Zusammensein in der Zeit der Isolation.

Foto: machina eX


 

Die gute Idee: Mit Open-Source-Technologie zum digitalen Klassenzimmer

Ausgabe vom 06.05.2020

 

Im Gespräch:

Steffen Haschler
Lehrer und Hacktivist,
Chaos macht Schule

Steffen Haschler ist Teil von “Chaos macht Schule”, einer Initiative mehrerer Erfa-Kreise des Chaos Computer Clubs (CCC), die seit 2007 mit verschiedenen Bildungsinstitutionen zusammenarbeiten. Ziel des Projekts ist es, Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen in den Bereichen Medienkompetenz und Technikverständnis zu stärken. Seit die Schulen im Zuge der Corona-Pandemie geschlossen sind, nimmt die Digitalisierung des Unterrichts einen neuen Stellenwert ein. Welche Tools gibt dafür und welche nachhaltigen Veränderungen nach Corona sind im Schulbetrieb zu erwarten?

Foto: Unsplash


 

Die gute Idee: Ein Festival, bei dem #keinerkommt zur Unterstützung der Kulturszene

Ausgabe vom 29.04.2020

 

Im Gespräch:

Lars Meier
Vorstand von MenscHHamburg e.V., Geschäftsführer der Gute Leude Fabrik & Initiator #keinerkommt

Es ist das Nicht-Festival des Jahres in Hamburg am 12. Mai 2020: Keiner kommt, alle machen mit. Von den Beatles über Billie Eilish bis zu Ed Sheeran und Deichkind – keine der Bands und Künstler*innen tritt beim #keinerkommt-Festival auf einer Bühne auf. Der Erlös der Tickets kommt der Hamburger Kulturszene zu Gute.

Lars Meier ist der Initiator des #keinerkommt Festivals. Er erklärt: „Verrückte Zeiten brauchen verrückte Ideen, um die Krise erträglicher zu machen und daher bewerben wir ein Festival, das es nicht gibt, mit Künstlern die nicht kommen, um Spenden zu sammeln mit Kreativität und Humor.“

Bild: #keinerkommt


 

Die gute Idee: Restaurants retten und dabei Bedürftigen helfen

Ausgabe vom 22.04.2020

 

Im Gespräch:

Koral Elci
Kitchen Guerilla
#SoliKüche und Kochen für Helden Hamburg

Koral Elci, Chef & Designer bei der Kitchen Guerilla (Hamburg) erzählt von den Projekten SoliKüche & Kochen für Helden. Die Kitchen Guerilla ist eine mobile Kocheinheit und versteht sich selbst als “Kreativagentur für Essen und Trinken”. In der Krise haben sie sich etwas überlegt, um die eigene Existenz zu sichern – und dabei gleichzeitig Wohnungslosen und Bedürftigen zu helfen. Das Konzept: Für einen Beitrag von je 7 Euro stellt die #SoliKüche frische Essens-Pakete zusammen und gibt sie an Initiativen für Wohnungslose und Bedürftige weiter, die wiederum dafür sorgen, dass eine kontaktlose Übergabe stattfindet. Dabei spielt Transparenz eine wichtige Rolle, weshalb sie ganz deutlich betonen, dass mit dem Kauf einer Mahlzeit aus der #SoliKüche nicht nur Wohnungslosen und Bedürftigen, sondern auch der Kitchen Guerilla geholfen wird. Wöchentlich legen sie deshalb z.B. auch offen, wie viele Essens-Pakete verkauft wurden und wo konkret sie hingeliefert worden sind.

Foto: Kitchen Guerilla


 

Die gute Idee: Ein Hackathon gegen den Virus

Ausgabe vom 15.04.2020

 

Im Gespräch:

Christina Lang
4Germany
#WirVsVirus-Hackathon der Bundesregierung

Mehr als 28.000 Teilnehmende + 48 Stunden Zeit = 1.500 Lösungen zur Bewältigung der Coronakrise: Der Hackathon #WirVsVirus der Bundesregierung hat gezeigt, was entsteht, wenn passende Rahmen geschaffen werden, in denen die Zivilgesellschaft koordiniert und interdisziplinär zusammenarbeiten kann. Der Hackathon war erst der Startschuss, jetzt geht es an die Umsetzung.


 

Die gute Idee: Eine virtuelle Expedition in die Welt der Wissenschaft

Ausgabe vom 08.04.2020

 

Im Gespräch:

Dr. Jana Hoffmann
Museum für Naturkunde Berlin (MfN)
#fürNatur digital

Egal, ob es darum geht, die Stadtnatur auf Spaziergängen mit einer App ganz neu zu erkunden, mit einer Animal-Beatbox experimentelle Stücke zu komponieren oder mit Inside Tumucumaque dank Virtual Reality in das Naturschutzgebiet im Nordwesten Brasiliens einzutauchen: Auch wenn das Museum für Naturkunde Berlin zur Zeit geschlossen ist, bietet es Interessierten mit #fürNatur digital zahlreiche andere Wege, Natur zu erleben und viel Wissenswertes dabei zu erfahren. 

Foto: Mina Gerngross


 

Die gute Idee: Den größten digitalen Club in heimische Wohnzimmer bringen

Ausgabe vom 01.04.2020

 

Im Gespräch:

Lutz Leichsenring
Clubcommission Berlin
UNITED WE STREAM

“Save Berlins Club Culture in Quarantine” steht groß auf der Webseite von UNITED WE STREAM, einem Projekt der Berliner Clubcommission, das Livestreams aus bekannten (derzeit leeren) Clubs auf diversen Online-Kanälen und dem Kultursender ARTE kostenfrei zur Verfügung stellt und damit Aufmerksamkeit weit über die Stadtgrenzen Berlins hinaus erhält. Und weiter heißt es:

“Die Berliner Clubkultur steht vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte. Am Freitag, dem 13. März wurde das gesamte Berliner Nachtleben behördlich stillgelegt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu unterbinden. Damit sind mehr als 9.000 Mitarbeiter*innen, sowie zehntausende Kunstschaffende schlagartig ohne Beschäftigung und die vielen für Berlin identitätsstiftenden Orte stehen vor dem Ruin. Als Antwort darauf, dass in Berlin die Clubs geschlossen sind und auch der Rest der Welt in Quarantäne sitzt, erklärt sich Berlin solidarisch und bringt den größten digitalen Club zu Dir nach Hause. Wenn schon alleine feiern, dann richtig.”

Bild: UNITED WE STREAM

Zum Format:
Auch bei uns geht es in diesen Tagen nicht wie gewohnt weiter. Deshalb realisieren wir zur Zeit ein Online-Alternativprogramm. In den kommenden Wochen werden wir in diversen Formaten rund um die Themenfelder Corona und Kultur- und Kreativwirtschaft informieren. Hier können Sie sehen, was wir geplant haben.