Titelbild Innovation Camp 2022 Hightech & Herz

Creative Lab #5 Hightech und Herz

 

Creative Lab #5: Hightech & Herz

Innovationslabor für menschzentrierte Technologien mit der Kultur- und Kreativwirtschaft vom 31.10.-16.12.2022

 

Hightech & Herz verbindet zwei Innovationsformate des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes: das Innovation Camp und das Creative Lab. Im Fokus von Hightech & Herz steht eine Technologieentwicklung, die den Menschen mit seinen Bedürfnissen ins Zentrum stellt, und die Frage, wie Kultur- und Kreativwirtschaft die digitale Transformation gestalten kann.

Den Auftakt für Hightech & Herz bildete ein 3-tägiger Ideensprint während des gleichnamigen Innovation Camps im Oktober 2022. Die Teilnehmer*innen arbeiteten zusammen mit erfahrenen Unternehmer*innen der Kreativ- und Techszene in Kleingruppen an neuen Ansätzen, Services und Geschäftsmodell-Ideen, welche anschließend von einer Fachjury bewertet wurden. Die fünf Teams, die dabei am besten abschnitten, erhielten die Möglichkeit, ihre Ideen im Rahmen des Creative Labs Hightech & Herz weiterzuentwickeln und methodische und finanzielle Unterstützung zu erhalten. Ziel ist es, mit dem Creative Lab ein Ökosystem zu schaffen, in dem sich Ideen rund um das Thema Human Centered Technologies festigen, wachsen und vielleicht marktreif werden können. Hier können Sie die Projektteams kennenlernen.

Übrigens: Ganz im Sinne der menschzentrierten Technologieentwicklung können Sie als zukünftige Nutzer*innen am Innovationsprozess mitwirken. Dafür kommt das Tool Futures Canvas zum Einsatz. Machen Sie mit!

Das große Finale von Hightech & Herz findet als digitale Veranstaltung am 19. Dezember von 17 – 20 Uhr statt. Sie sind eingeladen, als erstes die Innovationen aus der Ideenwerkstatt Creative Lab kennenzulernen. Die ersten 50 verbindlichen Anmeldungen erhalten vorab eine kleine vorweihnachtliche Überraschung per Post von uns nach Hause! 

Infografik Prozess Creative Lab

5 Faktoren, auf die das Creative Lab
bei der Innovationsentwicklung setzt:

#1 Mentoring durch erfahrene Unternehmer*innen
Externe Mentor*innen begleiten die Projektteams beim Innovation Camp und Creative Lab. Mit ihrer Unterstützung können die Teams die vielfältigen Methoden der Kultur- und Kreativwirtschaft kennenlernen und neue Techniken zur Innovationsentwicklung erproben.

#2 Vernetzung
Bei Hightech & Herz wird der inhaltliche Diskurs über die Branchen- und Bereichsgrenzen hinaus gestärkt. Dabei können sich Expert*innen aus der Kreativ- und Techwelt in verschiedenen Rollen einbringen: als Impulsgeber*innen, als Mentor*innen oder als Teilnehmer*in innerhalb der Risky Projects.

#3 Professionelles Feedback durch eine Fachjury
Hat meine Idee die Chance zu wachsen? Diese Frage stellen sich viele (angehende) Unternehmer*innen. Feedback von Gleichgesinnten aber auch von etablierten Expert*innen ist extrem wertvoll an diesem Punkt. Hier dockt Hightech & Herz an. Alle Innovator*innen konnten ihre Idee vor einer Fachjury pitchen und sich so einen Platz im Creative Lab sichern. 

#4 Finanzielle Unterstützung für Honorar- und Sachkosten
Neben dem unternehmerischen Coaching durch Mentor*innen erhalten die fünf Projektteams, die als Risky Projects für das Creative Lab ausgewählt werden, finanzielle Mittel zur Skalierung ihrer Ideen. Damit können sie eigene Honorarkosten, aber auch Sachkosten für Druckmaterialien, Werkzeuge oder externes Know-how decken.

#5 Peer-Learning & Co-Kreation
Die Risky Projects experimentieren, entwickeln und prototypisieren im Verbund. Das Programm der Creative Labs ist so gestaltet, dass sich die Teams gegenseitig positiv beeinflussen und kooperieren können. Über gemeinsame Workshops, kollegiale Beratung, einem gemeinsamen Kommunikationskanal oder Arbeitsort werden die Peer-Learning-Effekte verstärkt und Räume des Austausches geschaffen.

Das Creative Lab Hightech & Herz ist eines von fünf Creative Labs, mit denen das Kompetenzzentrum seit 2020 Impulse für ergebnisoffene Innovationen setzt. Die Creative Labs werden temporär für einen Zeitraum als (digitaler) Innovationsort eingerichtet und widmen sich einer aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderung. Wie entsteht Creative Impact? Innerhalb des Creative Labs werden Methoden und Ansätze der Kultur- und Kreativwirtschaft genutzt, um neue Ansätze, Services und Prototypen zur Lösung der Herausforderung zu entwickeln. In der Umsetzung erhalten die 4-5 Projektteams, sogenannte Risky Projects, methodische, kollegiale und finanzielle Unterstützung zur Weiterentwicklung der Ideen. Ziel ist es, die Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft als Treiberin für gesellschaftliche und ökonomische Transformation aufzuzeigen und übergreifende Erkenntnisse für Innovationsprozesse zu liefern.

 

Die Projektteams

5 Risky Projects für mehr Hightech & Herz

Herzstück der Creative Labs sind die Risky Projects. Der Begriff Risky Project steht wörtlich für „riskantes Projekt“ und beschreibt die Innovationsprojekte innerhalb des Creative Labs. „Riskant“ sind sie deshalb, weil der dazugehörige Innovationsprozess ergebnisoffen gestaltet ist. Der Rahmen und die Struktur für Tests, Anpassung und Neuausrichtung der Risky Projects werden durch das Creative Lab gestellt. Methoden und Mentor*innen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft begleiten die Projektteams der Risky Projects während des Prozesses.

HACK Ø PACK

Gesunde Kaufentscheidungen durch die smarte Nutzung der CodeCheck-Datenbank

Wer in einem Supermarkt gesund, ausgewogen und nährstoffreich einkaufen will, steht vor einer großen Herausforderung: Marketingbotschaften sind allgegenwärtig, unabhängige Informationen kaum verfügbar. HACK Ø PACK hat sich zum Ziel gesetzt, eine smarte Lösung zu entwickeln, die genau dies ermöglicht. Die Idee verwendet die bestehende Datenbank der bereits viel genutzten App CodeCheck als Basis, um Produktinformationen so aufzubereiten, dass gesundes Shopping im Supermarkt ohne zusätzlichen Stress und auch mit eingeschränktem Budget möglich ist. Die Idee soll Menschen mit niedrigem Einkommen ein gesünderes Leben ermöglichen. Als erste Idee für eine smarte Lösung wurde eine Augmented-Reality-App entwickelt, die mit einer im Supermarkt zur Verfügung stehenden Brille oder dem eigenen Smartphone genutzt werden kann.

Themenfeld: Digitale Gesundheit
Team: Ruta Almedom, Natalie Marie Preuß, Celia Staffa, Tobias Weishaupt

PREventure

Digitale Tools helfen pflegenden Angehörigen

Mehr als 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegende Angehörige. Sie sind sowohl psychisch, sozial, finanziell als auch körperlich belastet und erfahren wenig Unterstützung. Eine plattformgerechte Lösung zum aktiven Austausch zwischen pflegenden Angehörigen existiert bisher nicht. Hierfür entwickelt das Team PREventure eine App, die sowohl einen (entlastenden) Austausch zwischen pflegenden Angehörigen ermöglicht als auch eine Kontaktmöglichkeit zu Pflegekräften und Ärzt*innen bietet, um bedarfsorientiert die häusliche Pflege zu verbessern. Eine solche App-gestützte Lösung wäre der digitale Begleiter für pflegende Angehörige, um beispielsweise ein Task Management innerhalb der Familie zu ermöglichen, Vitalparameter automatisiert zu speichern und Auswertungen zu erhalten sowie auch pflegebezogene Bestellungen zu tätigen.

Themenfeld: Digitale Gesundheit
Team: Julio Brandl, Celine Breuckmann, Jonas Kathan

Concrete Peace

Ein smarter Ruheraum für belebte Stadträumen

Intelligent, grün, inklusiv: Es gibt viele Dinge, die die Stadt in Zukunft sein will. Doch die Realität sieht in vielen Städten bisher anders aus: Sie sind laut, stressig, ablenkend. Was wäre, wenn wir ein Gefühl der Ruhe inmitten des ganzen Trubels kreieren könnten? Einen Ort, an dem Menschen sich wieder mit ihren grundlegenden Sinnen verbinden können? Einen Ort der Ruhe inmitten des Beton-Dschungels? Concrete Peace will dieses Bedürfnis erfüllen, indem es eine Pop-up-Architektur und Innengestaltung entwickelt, an dem der Mensch einfach nur sein kann. Es handelt sich um eine physische Konstruktion (z. B. Kubus) an einem belebten Ort in der Stadt, zum Beispiel neben einem Einkaufszentrum. So sollen neurodiverse Erwachsenen und alle, die sich in der Stadt gestresst oder überfordert fühlen, einen Raum bekommen, in dem sie zu sich selbst finden können.

Themenfeld: Intelligente Stadt
Team: Henry Farr, Nellie Friedrich, Mara Pepine, Paloma Zamorano Ferrari

SaferPass

Digitaler Wissensnachweis für Achtsamkeit, Bewusstsein und Consent

Menschen, die sich mit vulnerablen Themen wie Liebe, Partner*innenschaft oder den eigenen sexuellen Bedürfnissen befassen, begeben sich häufig auf die Suche nach Räumen, in denen sie sich bei dieser sehr persönlichen Reise sicher fühlen können. Wie können solche safer spaces geschaffen werden? Mit SaferPass wurde das Prinzip eines digitalen Nachweises entwickelt, den Menschen erhalten können, die sich tiefergehend mit Themen wie Achtsamkeit und Consent beschäftigt haben. Zu SaferPass gehört eine Online-Plattform mit Informationsangeboten, ein Test und ein entsprechendes Zertifikat, das Zugang zu digitalen Plattformen (z. B. Dating-Apps) und physischen Events ermöglicht. Das Prinzip ähnelt dem Cov-Pass, der im Zuge der Corona-Pandemie zum Einsatz kam. Den Zugang zu bestimmten Plattformen und Events nur mit SaferPass zu gewähren, soll sicherstellen, dass bei allen Beteiligten eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit Achtsamkeitsthemen im Kontext von Liebe & Partner*innenschaft stattgefunden hat, und so mehr Sicherheit bieten. Darüber hinaus wird eine community-spezifische Aufklärung für alle Altersgruppen über Sexualität und Identität erreicht.

Themenfeld: Sexualität & Technologie
Team: Che Harvey, Walter Kaul, Jennifer Sanchez, Toni Trommer, Nora Zupan

LODelle

Open-Source-Technologien zur Überbrückung der Gender Data Gap

Wie können öffentlich zugängliche Daten das Verständnis für den Körper verbessern? Bis heute besteht in den meisten Forschungsbereichen eine große Datenlücke zwischen den Geschlechtern. Erst kürzlich wurde der Erste an biologisch weibliche Körper angelegte Dummy gebaut, um die Sicherheit von Fahrzeugen zu testen. Ein vollständiges anatomisches Modell (MRT) des weiblichen Geschlechts existiert erst seit 2004. Expert*innen sprechen von der Gender Data Gap. Da immer mehr Frauen* in der Forschung tätig sind, hat sich der Bedarf, die Data Gap zwischen den Geschlechtern zu schließen, innerhalb weniger Jahre massiv erhöht. Genau an dieser Stelle möchte LODelle anknüpfen. Als digitale Schnittstelle werden zur Verfügung stehenden open-source Daten über weibliche* Gesundheit von LODelle aufbereitet und an interessierte Partner*innen für die Produktentwicklung vermittelt. Das Team will es Unternehmen ermöglichen, bedarfsgerechtere Produkte und Dienstleistungen anzubieten, um Frauen* weltweit zu unterstützen.

Themenfeld: Sexualität & Technologie
Team: Christine von Gawlowski, Irma Mastenbroek

Vom Menschen aus Innovieren

Futures Canvas ein Tool zum gemeinsamen Spekulieren und Bewerten von Zukünften

Futures Canvas ist ein digitales Werkzeug für partizipative Zukunftsgestaltung und gemeinsames Spekulieren zu den Möglichkeiten von morgen. Es nutzt Prinzipien von Gamification, Crowdsourcing und Futures Thinking um komplexen Herausforderungen der Zukunft durch kollektive Intelligenz und offene Ideenfindung zu begegnen. Futures Canvas ermöglicht es, vielfältige und facettenreiche Landkarten zu relevanten Zukunftsfragen zu entwerfen, um gemeinsam innovative Antworten auf darin identifizierte Möglichkeiten und Herausforderungen zu entwickeln. Futures Canvas entdecken

Bei Hightech & Herz erarbeiteten die Teilnehmer*innen auf Basis der gesammelten Spekulationen bei Futures Canvas Ideen für Innovationen im Bereich menschzentrierter Technologieentwicklung. Jedes Team konnte das Tool als Inspirationsquelle nutzen, um mit ihrer Projektidee zukünftig einer dieser Herausforderungen zu lösen.

 

Innovation Camp Hightech & Herz: Vorstellung Plattform Futures Canvas
Innovation Camp Hightech & Herz: Vorstellung Plattform Futures Canvas
Innovation Camp Hightech & Herz: Vorstellung Plattform Futures Canvas

Public Voting

Beteiligung am Creative Lab und dem Innovationsprozess

Innerhalb des Creative Labs kommt Futures Canvas weiterhin zum Einsatz. In regelmäßigen Abständen updaten die Risky Projects ihre Projektideen und stellen sich dem Voting der Öffentlichkeit. Über die nachfolgenden Links können die Projektideen bewertet werden.
Updates finden am 14. November, am 28. November und 12. Dezember statt.

 

Das Umsetzungsteam

Das Creative Lab wird vom Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz umgesetzt. Als Umsetzungspartner begleitet STATE das Kompetenzzentrum bei der Durchführung des Creative Labs.

Umsetzungspartner


STATE Experience Science GmbH – Schönstedtstr. 7 | 12043 Berlin
www.state-studio.com

 

Mentor*innen

Jedes Risky Project wird von einer Person im Mentoring begleitet. Mit ihrer Unterstützung können die Teams die vielfältigen Methoden der Kultur- und Kreativwirtschaft kennenlernen und neue Techniken zur Innovationsentwicklung erproben.

Niklas Laasch

Niklas ist ein strategischer Designer in den Bereichen Gesundheit und Nachhaltigkeit. Er schloss sein Studium in Oxford und an der Freien Universität Berlin mit einem Master in Biochemie ab. Seine Diplomarbeit über Malaria wurde von der Bill and Melinda Gates Foundation gefördert. Parallel dazu besuchte er die Design Thinking School am Hasso-Plattner-Institut. Nach seiner Tätigkeit als Practice Lead für Produkt- und Service Design bei zero360 ist er derzeit als Freelancer im Bereich Digital Health tätig.

Ola Miedzynska

Ola Miedzynska ist Unternehmerin und Beraterin im Bereich Sexualtechnologie und Gesundheit. Von Augmented Reality bis hin zu Wearables stellte sie fest, dass der Technologiebranche eine integrative Perspektive fehlte. Deshalbt rief Ola den ersten deutschen Sex Tech Hackathon ins Leben, um die Innovationen und Ideen marginalisierten Gruppen zu fördern, die in der Vergangenheit in der Forschung und Entwicklung zu kurz kamen. Später wurde sie Gründerin und CEO von Sx Tech EU – der einzigen jährlichen Konferenz und dem einzigen Accelerator, der sich der technologischen Innovation in der Sex Tech Industrie widmet. Sie ist VC-Partnerin bei DTM Venture und Lehrerin an der Sex Tech School.

Rashid Owoyele

Rashid Owoyele forscht im Bereich des transdisziplinären Designs und sozialer Innovation. Rashid arbeitet seit Februar 2020 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Weizenbaum-Institut. An der Universität der Künste Berlin untersucht Rashid die Auswirkungen von kooperativen Prinzipien in der zukünftigen vernetzten Gesellschaft – einschließlich des Plattform-Kooperativismus und den Bedingungen, die einer verteilten Eigenverantwortung für ethische Produktion förderlich sind.

Silvia Fritzsche

Silvia arbeitet als Senior Experience Designer und hat eine Vorliebe dafür, alles so zu organisieren, dass es intuitiv nutzbar ist. Seit 2008 arbeitet sie im Bereich UX- und UI-Design. Ihr Spezialgebiet ist dabei die Gestaltung digitaler Produkte und Dienstleistungen. Mit der Zeit verlagerte sich ihr Schwerpunkt von der Automobil- und Finanzbranche zu Smart-Home-Anwendungen.

Die Partner*innen

Foto Credits: David Lamb

Über das Creative Lab

Das Creative Lab Hightech & Herz ist eines von fünf Creative Labs, mit denen das Kompetenzzentrum seit 2020 Impulse für ergebnisoffene Innovationen setzt. Die Creative Labs werden temporär für einen Zeitraum als (digitaler) Innovationsort von ca. sechs Monaten eingerichtet und widmen sich aktuellen wirtschaftspolitischen Themen wie der Corona-Pandemie (2020: Creative Lab #1), dem Strukturwandel (2021: Creative Lab #2), Teilhabe und Rassismus (2022: Creative Lab #3) oder der Kommunikation rund um das Thema Klimakrise (2022: Creative Lab #4). Innerhalb der Creative Labs werden mit Methoden der Kultur- und Kreativwirtschaft und unter Beteiligung der Branche in kurzen Innovationsprojekten neue Ansätze, Services und Prototypen entwickelt. Das Creative Lab Hightech & Herz läuft bis Ende 2022 und hat das Ziel, Innovationen an der Schnittstelle von Technologie und Kultur- und Kreativwirtschaft zu unterstützen.