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Internationale Fachkonferenz 2019

30. Oktober @ 10:00 - 17:30

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Details

  • Datum:
    30. Oktober
  • Zeit:
    10:00 - 17:30

Veranstaltungsort

  • Location:
    Kalkscheune
  • Adresse:
    Johannisstraße 2
    Berlin, Berlin 10117 Deutschland

Internationale Fachkonferenz 2019:

Zukünftige Relevanz der Creative Economies – Bekannte und neue Narrative

>>> zur Anmeldung

 

Nachdem auf der Internationalen Fachkonferenz 2018 die Vielfalt und Komplexität der Kultur- und Kreativwirtschaft benannt wurden, wird die diesjährige Konferenz Möglichkeiten aufzeigen, diese anhand von neuen Narrativen, methodischen Zugängen und spezifischen Strategien fruchtbar zu machen.

Ziel der Entwicklung neuer Narrative als way of worldmaking (Goodman, 1978) und sensemaking (Madsbjerg, 2016) ist, die Effekte der Kultur- und Kreativwirtschaft in ihrer Vielschichtigkeit, ihren komplexen Bezügen und Praxen und in ihren Potenzialen erfassen und in ihrer Zukunftsbedeutung greifbar zu machen: national wie international, in Theorie und Praxis, durch die Augen von Experten und des Nachwuchses, durch Inspiration und Austausch. Das wird als Voraussetzung gesehen, um informiert Position zu beziehen und fokussiert Strategien zu entwickeln.

Hierzu wird am Vormittag in das Thema eingeführt und die Diskussion angestoßen: So werden dominierende Narrative und Strategien im Umgang mit der Vielfalt und Komplexität der Kultur- und Kreativwirtschaft identifiziert (Einführung), in einem Praxisbeispiel die erfolgreiche Implementierung neuer Standards für Narrative in der Stadt Barcelona veranschaulicht (Keynote I) und die Rolle und Funktion von datenbasierten Experimenten und etablierten sowie neuen methodischen Zugängen im Kontext neuer Narrative für Theorie und Praxis vertieft (Panel).

Am Nachmittag bietet sich den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, die Wirkungsmacht neu formulierter Narrative im Feld der Kultur- und Kreativwirtschaft zu den Themen „Wachstum“, „Innovation“, „Mittelstand“ oder „Global Governance“ im Kontext ihrer eigenen Erfahrungen und Praxis als Akteure im Feld zu prüfen, den eigenen Handlungsspielraum zu reflektieren und den zielführenden Umgang mit diesem zu diskutieren (Workshops).

Die Ergebnisse werden im Anschluss zusammengetragen (Plenum) und ihre potenzielle Wirkung auf das Verhältnis von Kultur, Ökonomie und Kunst reflektiert (Keynote II). Über den Tag hinweg eingestreute Beispiele und Cases von Akteuren der Next Generation im Feld der Kultur- und Kreativwirtschaft stellen den Bezug der Diskussionen zur Realität sicher.

 

Konferenzprogramm

Akkreditierung ab 9 Uhr

 

Stagehost: Jasmin Grimm

 

10:00 – 10:10 (Galerie, Ebene 1)

Grußwort (de)

Claudia Dörr-Voß, beamtete Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

 

10:10 – 10:20 (Galerie, Ebene 1)

Grußwort (de)

Sylvia Hustedt und Christoph Backes, Geschäftsführerin & Geschäftsführer und Vorstand des u-instituts. Projektleiter des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes.

 

10:20 – 10:50 (Galerie, Ebene 1)

Einführung (de)

Simon Grand und Christoph Weckerle, Ko-Kuratoren des CreativeEconomies research venture an der Zürcher Hochschule der Künste
“Zukunftspotentiale der Creative Economies: Strategien & Narrative”
In ihrer Funktion als Forschungspartner des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft nehmen Grand und Weckerle die Ergebnisse der Internationalen Fachkonferenz 2018 auf und zeigen, wie der Konferenztag 2019 dazu beitragen kann, diese weiterzuführen. Im Sinne einer Grundlage für den Tag identifizieren sie dominierende Narrative und die Tücken ihres vereinfachenden Charakters, um in der Folge zu zeigen, dass die Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft nur jenseits von Standardnarrativen in Wert gesetzt und in zukunftsfähigen Strategien verdichtet werden können. Denn: Der Kultur- und Kreativwirtschaft inhärente Praktiken, Prozesse und Strategien der Erneuerung und Unsicherheitsgestaltung bedürfen neuer Formate, die sichtbar gemacht werden müssen für eine strategische Positionierung des Feldes im globalen Kontext.

 

10:50 – 11:10 (Galerie, Ebene 1)

Lightning Talks (de)

Katrin Fritsch & Helene von SchwichowGründerinnen von motif Institute for Digital Culture
“Feminist Futures – Über die Macht von Imagination und Narration”
MOTIF Institute for Digital Culture stellt in dieser Session Feminist Futures, ein fortlaufendes Kunstprojekt, vor. Das Projekt ist als Workshop-Reihe angelegt, in der feministische Science Fiction Stories über das Internet geschrieben und archiviert werden. In den Workshops werden zunächst relevante soziale und politische Probleme des Internets identifiziert. Die Teilnehmenden schreiben dann utopische Comics, Gedichte oder Kurzgeschichten um netzpolitische Probleme neu zu denken und feministische Zukünfte zu entwickeln. Aus diesen kreativen Zukünften können wiederum Strategien für ein feministisches Internet in der Gegenwart gewonnen werden. Die Ergebnisse werden im Feminist Futures Archiv gesammelt und ausgestellt. In dem Kurzvortrag sprechen Katrin Fritsch und Helene von Schwichow über die Macht von Imagination und Narration für die Mitgestaltung wünschenswerter Zukünfte. Darüber hinaus wird die Methodik des kollektiven kreativen Schreibens und die Bedeutung von Archiven im digitalen Zeitalter diskutiert.

Heike Otten, User Experience Designerin mit einem Schwerpunkt in Datenvisualisierung
“Urban Data Flaneur”
Unsere Städte sind in den vergangenen Jahrzehnten zu riesigen Datenräumen geworden. Sensoren, digitale Geräte und Services, wie Social Media erzeugen enorme Datenmengen, die für die Bewohner der Stadt meist unsichtbar bleiben. Heike Otten präsentiert in ihrem Kurzvortrag ein Konzept zur Sichtbarmachung von Daten im städtischen Raum und diskutiert das Potenzial dieser Visualisierungen als Quelle der Inspiration. Das Projekt “Urban Data Flaneur” nimmt uns mit auf einen Daten-Spaziergang durch die Stadt, inspiriert vom Flaneurs des 19. Jahrhunderts – einem kritischen Beobachter des urbanen Raums.

 

11:10 – 11:40 (Galerie, Ebene 1)

Keynote I (eng)

Francesca Bria, Senior Adviser der Vereinten Nationen für digitale Städte und digitale Rechte; Gastprofessorin am Institute for Innovation and Public Purpose der University of London-UCL und Gründerin von Decode, dem größten EU-Projekt zur Datensicherheit. Ehemaliger Chief Technology and Innovation Officer der Stadt Barcelona.
“Aufbau intelligenter Städte auf der Grundlage der Datenhoheit: Das Modell von Barcelona”
In ihrer derzeitigen Funktion als UN-Seniorberaterin für digitale Städte und in ihrer Funktion als Chief Technology and Digital Innovation Officer der Stadt Barcelona hat Francesca Bria die digitale Übergangsstrategie einer Stadt eingeführt, die sich auf eine partizipative Demokratie und demokratische Kontrolle der digitalen Infrastrukturen konzentriert. Bria schlägt in ihrer Keynote eine neue Erzählung über den digitalen Wandel vor, die sich auf die Rückgewinnung der diktalen Souveränität für die Bürger konzentriert und Themen wie öffentliche Institutionen, die kollektive Intelligenz der Bürger, wie man die High Tech und die digitalen Plattformen zügeln kann und wie man sicherstellen kann, dass Digitalisierung und Smart City umgesetzt werden, um einen öffentlichen Wert zu schaffen. Ihre Beispiele zeigen, wie eine gut gesteuerte Digitalisierung die demokratische Teilhabe der Bürger stärken und einige der größten Herausforderungen unserer Zeit, angefangen beim ökologischen Wandel, bewältigen kann. Sie zeigt auch am Beispiel des BCN Digital City Plan, dass Kultur- und Kreativwirtschaft sowie STARTS (Wissenschaft, Technologie und Kunst) eine wichtige Rolle bei der Transformation zu einer nachhaltigen digitalen Gesellschaft spielen. Die Künste ermöglichen es, bestehende Erzählungen herauszufordern und neue Erzählungen voranzutreiben, was der Schlüssel zu groß angelegten Veränderungen und innovativen nachhaltigen Lösungen ist.

 

11:45 – 13:15 (Galerie, Ebene 1)

Panel (de/eng)

Roman Page, Datenanalytiker im Statistischen Amt des Kantons Zürich sowie Research Fellow am Creative Economies research venture der Zürcher Hochschule der Künste
John Davies, Research Fellow innerhalb des Forschungsgebiets Kreativ- und Digitalwirtschaft bei der Innovationsstiftung NESTA London, Researcher für das CreativeEconomies research venture.der Zürcher Hochschule der Künste
Frank Hyde-Antwi, Konzepter an der Schnittstelle von Kunst und Ökonomie, visueller Gestalter und Lehrbeauftragter an der Zürcher Hochschule der Künste
Moderation: Simon Grand und Christoph WeckerleKo-Kuratoren des Creative Economies research venture an der Zürcher Hochschule der Künste
Die Berichterstattung zur Kultur- und Kreativwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten erstaunlich wenig verändert: Im Vordergrund steht das jährliche Monitoring – gefolgt von der Kritik, dass sich die feingliedrigen Strukturen des Feldes und seine hohen Dynamiken so kaum abbilden lassen. Wie die dynamischen Dimensionen des Feldes auch anders erfasst und verstanden werden können, wird auf theoretischer Ebene am Beispiel von Modellen (Grand & Weckerle) erläutert. Drei Inputs illustrieren sodann, welche Erkenntnisse (und Narrative) für die Kultur- und Kreativwirtschaftsich in der Anwendung von alternativen und experimentellen Mappings und neuer methodischer Zugänge gewinnen lassen. Roman Page macht die Agilität der Beschreibungen und Perspektiven sichtbar, die sich aus der Kreuzung bereits existierender ländervergleichenden Daten ergeben kann. John Davies zeigt am Beispiel eines Städtevergleichs auf, wie vorhandene Daten aus dem World Wide Web für zukunftsrelevante Aussagen über die Kultur- und Kreativwirtschaftnutzbar gemacht werden können. Ergänzt werden diese quantitativen Experimente durch Einblicke eines internationalen Vergleichs mittels qualitativer Datenerhebung über die Grenzen und Herausforderungen von Experten aus dem Feld im Kontext der Kulturpolitik ihres Landes.

 

13:15 – 14:30 Lunch (Saal, Ebene 0)

 

14:30 – 15:45 (Raum 1-4, Ebene 1 / Atelier, Ebene 2)

Workshops

Die Workshops, an deren Beginn je ein Impulsvortrag steht, dienen der Überführung der Inputs vom Vormittag in eine Diskussion, in die praktische Erfahrungen und Überlegungen der Teilnehmer*innen einfließen sollen. Wie können dominierende Narrative über „Wachstum“, „Innovation“, „Mittelstand“ oder „Global Governance“ umformuliert werden? Welche Konsequenzen ergeben sich bestenfalls aus den neuen Narrativen – auch für die eigene Praxis und unternehmerische/politische Agenda?

“Kultur- und Kreativwirtschaft als Wachstumsbranche” (de // Atelier, Ebene 2)
Jeder Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft argumentiert mit den Größen „Wachstum“ und „Beschäftigung“ als den wesentlichen Indikatoren für eine erfolgreiche und relevante Wertschöpfung der Kultur- und Kreativwirtschaft. Im Gespräch mit Akteuren des Feldes spielt jedoch eine Kritik am unhinterfragten Wachstumsparadigma und die Entwicklung überzeugender Postwachstumsmodelle mit einem Fokus auf Werten wie Nachhaltigkeit oder Sinnhaftigkeit eine zentrale Rolle. Wie denkt die Branche über alternative Modelle der Skalierung (scaling-up, scaling-down), über kontinuierliche Erneuerung oder über agile Projektformatenach?
Impulsgeberin: Lena Marbacher
Workshopleitung: Till Hasbach

“Kultur- und Kreativwirtschaft als Innovationstreiber” (de // Raum 1, Ebene 1)
Immer wieder wird postuliert, der Staat könne zu Kreativität und Innovation lediglich Beiträge leisten, indem er die notwendigen finanziellen Ressourcen für Innovationsprojekte bereitstelle. Jedoch zeigt nicht nur die Geschichte des Silicon Valley, dass ohne staatliche Interventionen viele wichtige Innovationen nicht möglich (gewesen) wären. Dieser Workshop diskutiert die Frage, wie der Staat von seinem Engagement und den Investitionen in die Kultur- und Kreativwirtschaft profitieren kann, nicht nur kulturell und gesellschaftlich, sondern auch finanziell.
Impulsgeberin: Dr. Gesa Birnkraut
Workshopleitung: Christian Rauch

“Mittelstand im Kontext der Kultur- und Kreativwirtschaft” (de // Raum 2, Ebene 1)
In der Kultur- und Kreativwirtschaft werden kleine Strukturen gestützt (Prekariat) bzw. gefördert (Start-ups) und große, globale Player (GAFA) bewundert. Gleichzeitig wissen wir: Unternehmerisch geführte, mittelständische (Familien-)Unternehmen bilden in Europa das Rückgrat einer nachhaltigen wirtschaftlichen, technologischen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklung. Inwiefern können die Charakteristika mittelständischer Unternehmen für die Kultur- und Kreativwirtschaft erschlossen werden?
Workshopleitung: Jonas Lindemann 

“Kultur- und Kreativwirtschaft als Zukunftsbranche” (de // Raum 3, Ebene 1)
Die zukünftige Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft hängt wesentlich davon ab, wie es gelingt, geeignete Rahmenbedingungen zur Förderung ihrer spezifischen Wertschöpfungsdynamik zu schaffen. Dazu ist insbesondere ein besseres Verständnis davon notwendig, wie Prozesse der Entstehung von neuen Sicht- und Denkweisen bzw. daraus entstehenden unternehmerischen Ansätzen angemessen beschrieben werden können. Der Workshop soll diese Thematik in Auseinandersetzung mit der Formel „Nichttechnische Innovation“ ansteuern und dabei besagte Formel kritisch befragen. Als Resonanzraum der Diskussion wird dabei das soeben erschienene  „Begriffsdossier Nichttechnische Innovation“ des Kompetenzzentrums dienen, wo der fragliche Zusammenhang entlang von Thesen verhandelt wird.
Impulsgeberin: Sylvia Hustedt
Workshopleitung: Jens Badura

“Kultur- und Kreativwirtschaft im globalen Kontext” (de // Raum 4, Ebene 1)
Immer wieder ist zu lesen, Europa habe kein überzeugendes Soft-Power-Narrativ, das im globalen Wettbewerb um zukunftsfähige Orientierung bestehen kann. Europa, so heißt es weiter, habe im Vergleich mit Hollywood und einer neuen Seidenstraße nichts zu bieten. Dieser Workshop diskutiert die Frage, welche zentralen Aspekte der Kultur- und Kreativwirtschaftzur erfolgreichen Positionierung Europas beitragen könnten.
Impulsgeberin: Sylvia Amann
Workshopleitung: Matthias Leitner

Daten sprechen lassen” (de/eng // Hof-Lounge, Ebene 0)
Der Workshop (de/eng) bietet die Möglichkeit, Fragen zu den im Panel (vom Vormittag) vorgestellten Inputs zu stellen. Zudem können Erfahrungen und Fragen, die für das Verständnis der Kreativwirtschaft mit Daten von Interesse sind, ausgetauscht und vertiefend diskutiert werden. Themen könnten sein: Zu welchen Aussagen über die KKW ist zu kommen, wenn den Blick auf die Daten von Städten, Ländern oder (grenzüberschreitenden) Regionen wirft?  Wie manifestiert sich der Unterschied zwischen kreativen Berufen und kreativen Branchen? Welche praktischen Auswirkungen hat ein besseres Verständnis der Daten über den Sektor?
Workshopleitung: Roman Page und John Davies

 

16:00 – 16:30 (Galerie, Ebene 1)

Keynote II (de)

Wolfgang Ullrich, Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler, Medientheoretiker, Berater und Zeitungs- und Buchautor, u. a. des jüngst erschienen Buchs „Selfies. Die Rückkehr des öffentlichen Lebens.“
Vor seinem Hintergrund als Experte für Zeitgeist und anderen die Schnittstelle von Kunst, Ökonomie und Kultur betreffenden Themen wird Ullrich die Erkenntnisse des Tages kritisch einordnen und ihre Bedeutung für eine künftige Agenda wagen.

 

16:30 – 17:00 (Galerie, Ebene 1)

Schlusswort (de)

 

09:00 – 17:30 (Saal, Ebene 0)

Rahmenprogramm: Reframing Innovation

Wann haben Sie das letzte Mal experimentiert?

Die Unternehmen, Produkte und Gesellschaften des 21. Jahrhunderts verändern sich rasant. Kontinuierlich braucht es Innovationen, die diesen dynamischen Wandel durchdringen und steuern. Statt etablierter Formate zur Innovationsförderung, wie den Accelerators, Hubs, Labs und Start-ups, braucht es heute neuartige Methoden, um disruptive Innovationen zu ermöglichen.
Das Experiment als Innovationsstrategie liegt daher nahe, trifft aber neben dem Risiko auf ein weiteres Hindernis in Form der deutschen Förderstrukturen: Wer in Deutschland Innovationsförderung sucht, muss bereits im Antrag ein konkretes Ergebnis darstellen. Dabei entstehen die besten Innovationen natürlich dann, wenn sie frei entstehen und somit atypisch wirken können. Die Frage ist also:

Wie kann das Paradox in der deutschen Förderung aufgelöst werden, um eine zeitgemäßend prozessnahe Förderlogik zu inspirieren?

Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes setzt mit seinem Projekt Reframing Innovation an diesem Punkt an. Anstatt Outcomes oder Impacts vor zu definieren, untersucht Reframing Innovation die Rahmenbedingungen für Experimente in interdisziplinären, ergebnisoffenen Innovationsvorhaben.
Seit September forschen drei Experiment-Teams an individuellen Zukunftsfragen und stellen für die Internationale Fachkonferenz (Saal, Ebene 0) ihre Arbeitsprozesse sowie erste Ergebnisse gemeinsam vor.

 

Experiment 1: Prävention
Team: ALIUD, SHITSHOW – Agentur für psychische Gesundheit, Kristina Wilms

 Pharma-Konzern plus Kreativwirtschaft – Wenn das kein Experiment ist!
Seit Anfang September befasst sich das Industrieunternehmen gemeinsam mit SHITSHOW und Kristina Wilms mit neuen Geschäftsfeldern im Bereich der Prävention von körperlichen sowie psychischen Erkrankungen. Konzepte, Themen und erste Ergebnisse aus der ersten Hälfte des Projekts können hier begutachtet und diskutiert werden.

Experiment 2: Lernräume der Zukunft
Team: CODE University of Applied Sciences, STATE Studio, Hafven

Durch die ständige Verfügbarkeit digitaler Informationen tritt reine Wissensvermittlung zunehmend in den Hintergrund. Das Lernen findet in neuen Räumen statt, in denen sich Menschen treffen, austauschen und aneinander und miteinander wachsen können. Was sind die Lernräume der Zukunft und wie können sie das Lernen der Zukunft befördern? Das Experiment “Lernräume der Zukunft“ versammelt mit den Projektpartnern CODE University, Hafven und STATE Studio hierfür ein interdisziplinäres Team und wird die Frage bis Ende des Jahres erforschen.

Experiment 3: Happy Tech
Team: Retune Creative Technology, FELD studio for digital crafts, WECAP, Sonic Robots, Johannes Richers

Im Bereich der medienkünstlerischen Installationen werden stetig neue Technologie- und Interaktionsformen zwischen Künstler*in und Publikum erprobt. Bisher sind diese Installationen jedoch wenig auf Transport oder Wiederverwendbarkeit ausgelegt. An diesem Punkt setzt das Experiment Happy Tech an: Hier wird erforscht, welche Möglichkeiten es gibt, mehrfach einsetzbare mobile Installationsmodule zu erschaffen. Aktiviert das Experiment die richtigen Partner*innen, Künstler*innen und Marklücken, könnte hier großes wirtschaftliches wie künstlerisches Potenzial freigesetzt werden.

 

Die Internationale Fachkonferenz wird in Zusammenarbeit mit dem Forschungspartner des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes – dem Research Venture CreativeEconomies – durchgeführt.

 

— english version —

 

>>> accreditation

 

After the International Research Symposium 2018 named the diversity and complexity of the cultural and creative industries, this year’s conference will show possibilities to make them fruitful by means of new narratives, methodological approaches and specific strategies.

The aim of the development of new narratives as way of worldmaking (Goodman, 1978) and sensemaking (Madsbjerg, 2016) is to grasp the effects of the cultural and creative industries in their complexity, their complex relationships and practices and their potentials and to make them tangible in their significance for the future: nationally and internationally, in theory and practice, through the eyes of experts and the next generation, through inspiration and exchange. This is seen as a prerequisite for taking an informed position and developing focused strategies.

In the morning, the topic will be introduced and the discussion will be initiated: Thus, dominant narratives and strategies in dealing with the diversity and complexity of the cultural and creative industries will be identified (introduction), the successful implementation of new standards for narratives in the city of Barcelona will be illustrated in a practical example (Keynote I) and the role and function of data-based experiments and established as well as new methodological approaches in the context of new narratives for theory and practice will be deepened (panel).

In the afternoon, participants will have the opportunity to examine the impact of newly formulated narratives in the field of cultural and creative industries on the topics of “growth”, “innovation”, ” mid-sized companies” or “global governance” in the context of their own experience and practice as actors in the field, to reflect on their own scope for action and to discuss how to deal with it in a targeted manner (workshops).

The results will then be compiled (plenum) and their potential impact on the relationship between culture, economy and art will be reflected upon (keynote II). Examples and cases of actors of the next generation in the field of cultural and creative industries interspersed throughout the day will ensure that the discussions relate to reality.

 

Conference programme

Accredidation starts 9 AM

 

Stagehost: Jasmin Grimm

 

10AM – 10:10AM (Galerie, Ebene 1)

Greeting (ger)

Claudia Dörr-Voß, State Secretary at the Federal Ministry of Economics and Energy

 

10:10AM – 10:20AM (Galerie, Ebene 1)

Greeting (ger)

Sylvia Hustedt and Christoph Backes, Managing Directors and Board Members of the u-institut. Project managers of the Federal Government’s Centre of Excellence for the Cultural and Creative Industries

 

10:20AM – 10:50AM (Galerie, Ebene 1)

Introduction (ger)

Simon Grand and Christoph Weckerle, co-curators of the CreativeEconomies research venture at the Zurich University of the Arts
“Future Potentials of the Creative Economies: Strategies & Narratives”
In their function as research partners of the Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, Grand and Weckerle will take up the results of the International Research Symposium 2018 and show how the Conference Day 2019 can contribute to the continuation of these results. As a basis for the day, they identify dominant narratives and the pitfalls of their simplistic character in order to show that the potentials of the cultural and creative industries can only be valued beyond standard narratives and condensed into sustainable strategies. This is because practices, processes and strategies of renewal and uncertainty shaping inherent in the cultural and creative industries require new formats that must be made visible for a strategic positioning of the field in the global context.

 

10:50AM – 11:10AM (Galerie, Ebene 1)

Lightning Talks (ger)

Katrin Fritsch & Helene von Schwichow, Founders of motif Institute for Digital Culture
“Feminist Future – On the Power of Imagniation and Narration”
MOTIF Institute for Digital Culture introduces in this session Feminist Futures, a ongoing art project. The project is designed as a series of workshops, in which feminist science fiction stories are written and archived on the Internet. In the workshops, relevant social and political problems of the Internet will be identified. The participants then write utopian comics, poems or short stories to rethink net-political problems and develop feminist futures. From these creative futures, strategies for a feminist Internet in the present can be derived. The results will be collected and exhibited in the Feminist Futures Archive. In the short lecture, Katrin Fritsch and Helene von Schwichow talk about the power of imagination and narration for shaping desirable futures. In addition, the methodology of collective creative writing and the significance of archives in the digital age will be discussed.

Heike Otten, User Experience Designer with a focus on data visualization
“Urban Data Flaneur”
Over the past decades, our cities have become huge data spaces. Sensors, digital devices and services such as social media generate enormous amounts of data that are usually invisible to the city’s inhabitants. In her short lecture Heike Otten presents a concept for visualizing data in urban space and discusses the potential of these visualizations as a source of inspiration. The project “Urban Data Flaneur” takes us on a data walk through the city, inspired by the 19th century flâneur – a critical observer of urban space.

 

11:10AM – 11:40AM (Galerie, Ebene 1)

Keynote (eng)

Francesa Bria, United Nations Senior Adviser on Digital Cities and Digital Rights; Visiting Professor at the Institute for Innovation and Public Purpose of the University of London-UCL and founder of Decode, the biggest EU-project on data sovereignty. Former Chief Technology and Innovation Officer of the City of Barcelona.
“Building smart cities based around data sovereignty: Barcelona’s model”
In her current role as UN Senior Adviser on Digital Cities and in her role as Chief Technology and Digital Innovation Officer of the city of Barcelona, Francesca Bria has introduced a city’s digital transition strategy focused on a participatory democracy and democratic control over digital infrastructures. Bria in her Keynote speeech proposes a new narrative on the digital transition focused on reconquesring diigtal sovereignty for citizens, and covering topics such as public institutions, the collective intelligence of citizens, how to rein in the Bigh Tech and the digital platforms and how to make sure that digitization and Smart City are implemented to deliver public value. Her examples shows how digitalization if well governed can enhance citizens’ democratic participation and tackle some of the greatest challenges of our times, starting from the ecological transition. She also demonstrates with the BCN Digital City Plan example that cultural, creative industries and STARTS (science, technology and the arts) play an important role in the transformation towards a sustainable digital society. The arts allow challenging existing narratives and a push towards new narratives, key to achieve large scale changes and experiment innovative sustainable solutions.

 

11:45AM – 1:15PM (Galerie, Ebene 1)

Panel (ger/eng)

Roman Page, data analyst at the Statistical Office of the Canton of Zurich and Research Fellow at the CreativeEconomies research venture of the Zurich University of the Arts
John Davies, Research Fellow within the Research Field Creative and Digital Economy at the Innovation Foundation NESTA London, Researcher for the Creative Economies research venture.of the Zurich University of the Arts
Frank Hyde-Antwi, conceptual designer at the interface of art and economy, visual designer and lecturer at the Zurich University of the Arts
Moderated by: Simon Grand and Christoph Weckerle, co-curators of the CreativeEconomies research venture at the Zurich University of the Arts
Reporting on the cultural and creative industries has changed surprisingly little in recent decades: The focus is on annual monitoring – followed by the criticism that the fine structures of the field and its high dynamics can hardly be reproduced in this way. How the dynamic dimensions of the field can be grasped and understood differently is explained on a theoretical level using models (Grand & Weckerle) as an example. Three inputs then illustrate which insights (and narratives) can be gained for the cultural and creative industries through the application of alternative and experimental mappings and new methodological approaches. Roman Page makes visible the agility of the descriptions and perspectives that can result from the intersection of already existing cross-country comparative data. Using the example of a city comparison, John Davies shows how existing data from the World Wide Web can be used for future-relevant statements about the cultural and creative industries. These quantitative experiments are complemented by insights from an international comparison using qualitative data collection on the boundaries and challenges of experts from the field in the context of their country’s cultural policy.

 

1:15PM – 2:30PM Lunch (Saal, Ebene 0)

 

2:30PM – 3:45PM (Raum 1-4, Ebene 1 / Atelier, Ebene 2)

Workshops

The workshops, each of which begins with a keynote speech, are designed to transfer the inputs from the morning into a discussion that will incorporate the participants’ practical experience and reflections. How can dominant narratives about “growth”, “innovation”, “SMEs” or “global governance” be reformulated? What are the consequences at best of the new narratives – also for one’s own practice and entrepreneurial/political agenda?

“Culture and creative industries as a growth industry” (ger // Atelier, Ebene 2)
Each report on the cultural and creative industries argues with the variables “growth” and “employment” as the essential indicators for a successful and relevant added value of the cultural and creative industries. In discussions with actors in the field, however, criticism of the unquestioned growth paradigm and the development of convincing post-growth models with a focus on values such as sustainability or meaningfulness plays a central role. How does the industry think about alternative models of scaling-up, scaling-down, continuous renewal or agile project formats?
Keynote lecture: Lena Marbacher
Workshop leader: Till Hasbach

“Culture and creative industries as drivers of innovation” (ger // Raum 1, Ebene 1)
It is repeatedly postulated that the state can only contribute to creativity and innovation by providing the necessary financial resources for innovation projects. However, it is not only the history of Silicon Valley that shows that many important innovations would not (have been) possible without state intervention. This workshop discusses the question of how the state can benefit from its commitment and investment in the cultural and creative industries, not only culturally and socially, but also financially.
Keynote lecture: Dr. Gesa Birnkraut
Workshop leader: Christian Rauch

“Mid-sized companies in the context of cultural and creative industries” (ger // Raum 2, Ebene 1)
In the cultural and creative industries, small structures are supported (precariat) or promoted (start-ups) and large global players (GAFA) are admired. At the same time, we know: Entrepreneurial, medium-sized (family) enterprises form the backbone of sustainable economic, technological, social and political development in Europe. To what extent can the characteristics of small and medium-sized enterprises be developed for the cultural and creative industries?
Workshop leader: Jonas Lindemann

“Culture and creative industries as an industry of the future” (ger // Raum 3, Ebene 1)
The future development of the cultural and creative industries depends to a large extent on how suitable framework conditions can be created to promote their specific dynamics of value creation. In particular, this requires a better understanding of how processes of the emergence of new perspectives and ways of thinking and the resulting entrepreneurial approaches can be adequately described. The workshop should address this topic in discussion with the formula “non-technical innovation” and question said formula critically. The recently published “Non-Technical Innovation” dossier of the Federal Government’s Centre of Excellence for the Cultural and Creative Industries will serve as a resonance space for the discussion, where the context in question will be negotiated along theses.
Keynote lecture: Sylvia Hustedt
Workshop leader: Jens Badura

“Cultural and creative industries in a global context” (ger // Raum 4, Ebene 1)
Again and again it is said that Europe has no convincing soft power narrative that can survive in the global competition for sustainable orientation. Europe, it continues, has nothing to offer compared to Hollywood and a new Silk Road. This workshop discusses the question of which central aspects of the cultural and creative industries could contribute to the successful positioning of Europe.
Keynote lecture: Sylvia Amann
Workshop leader: Mathias Leitner

Let data speak” (ger/eng // Hof-Lounge, Ebene 0)
The workshop (held in German and English) will provide the opportunity to ask further questions on the work presented in the earlier panel. There will also be the opportunity to share and discuss experiences and questions of interest in understanding the creative industries with data. Topics could include: What conclusions can be drawn about Culture & Creative Industries when looking at data from cities, countries or (cross-border) regions? How does the difference between creative professions and creative industries manifest itself? What are the practical implications of a better understanding of data on the sector?
Workshop leaders: Roman Page and John Davies

 

4PM – 4:30PM (Galerie, Ebene 1)

Keynote II (ger)

Wolfgang Ullrich, art historian, cultural scientist, media theorist, consultant   and author of newspapers and books, including the recently published book “Selfies. The Return of public life.”
Against his background as an expert on the zeitgeist and other topics concerning the interface between art, economy and culture, Ullrich will critically classify the insights of the day and venture their significance for a future agenda. 

 

4:30PM – 5PM (Galerie, Ebene 1)

Closing (ger)

 

9AM – 5:30PM (Saal, Ebene 0)

Side program: Reframing Innovation

When was the last time you experimented?

The companies, products and societies of the 21st century are changing rapidly. There is a continuous need for innovations that penetrate and control this dynamic change. Instead of established formats to promote innovation, such as accelerators, hubs, labs and start-ups, new methods are needed today to enable disruptive innovations.
The experiment as an innovation strategy therefore seems obvious, but in addition to the risk it also encounters another obstacle in the form of German funding structures: anyone seeking innovation funding in Germany must already present a concrete result in the application. Of course, the best innovations are created when they can be freely created and thus have an atypical effect. So the question is:

How can the paradox in German funding be resolved in order to inspire a modern and process-oriented funding logic?

With its Reframing Innovation project, the Federal Centre of Excellence for the Cultural and Creative Industries is tackling this issue. Instead of pre-defining outcomes or impacts, Reframing Innovation examines the framework conditions for experiments in interdisciplinary, open-ended innovation projects.
Since September, three experiment teams have been researching individual future questions and presenting their work processes and initial results together at the symposium (Saal, Ebene 0).

 

Experiment 1: Prevention
Team: ALIUD, SHITSHOW – Agency for Mental Health, Kristina Wilms

Pharmaceutical group plus creative economy – if this isn’t an experiment!
Since the beginning of September, the industrial company has been working together with SHITSHOW and Kristina Wilms on new business fields in the field of prevention of physical and mental illnesses. Concepts, topics and initial results from the first half of the project can be examined and discussed here.

Experiment 2: Learning spaces of the future
Team: CODE University of Applied Sciences, STATE Studio, Hafven

Due to the constant availability of digital information, pure knowledge transfer is increasingly receding into the background. Learning takes place in new rooms where people can meet, exchange information and grow together. What are the learning spaces of the future and how can they promote the learning of the future? The experiment “Learning Spaces of the Future” will bring together an interdisciplinary team with the project partners CODE University, Hafven and STATE Studio for this purpose and will research the question by the end of the year.

Experiment 3: Happy Tech
Team: Retune Creative Technology, FELD studio for digital crafts, WECAP, Sonic Robots, Johannes Richers

In the field of media art installations, new forms of technology and interaction between artists and audiences are constantly being tested. So far, however, these installations have not been designed with transport or reusability in mind. This is where the Happy Tech experiment comes in: Here, research is carried out into the possibilities of creating mobile installation modules that can be used several times. If the experiment activates the right partners, artists and market gaps, great economic and artistic potential could be unleashed here.

 

The symposium is co-curated by the research partner of the Federal Government’s Center of Excellence for the Cultural and Creative Industries: CreativeEconomies research venture.

Foto: Kalkscheune Berlin