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Internationale Fachkonferenz 2019

30. Oktober @ 10:00 - 17:30

Details

  • Datum:
    30. Oktober
  • Zeit:
    10:00 - 17:30

Veranstaltungsort

  • Location:
    Kalkscheune
  • Adresse:
    Johannisstraße 2
    Berlin, Berlin 10117 Deutschland

Internationale Fachkonferenz 2019:

Zukünftige Relevanz der Creative Economies – Bekannte und neue Narrative

>>> zur Anmeldung

 

Nachdem auf der Internationalen Fachkonferenz 2018 die Vielfalt und Komplexität der Kultur- und Kreativwirtschaft benannt wurden, wird die diesjährige Konferenz Möglichkeiten aufzeigen, diese anhand von neuen Narrativen, methodischen Zugängen und spezifischen Strategien fruchtbar zu machen.

Ziel der Entwicklung neuer Narrative als way of worldmaking (Goodman, 1978) und sensemaking (Madsbjerg, 2016) ist, die Effekte der Kultur- und Kreativwirtschaft in ihrer Vielschichtigkeit, ihren komplexen Bezügen und Praxen und in ihren Potenzialen erfassen und in ihrer Zukunftsbedeutung greifbar zu machen: national wie international, in Theorie und Praxis, durch die Augen von Experten und des Nachwuchses, durch Inspiration und Austausch. Das wird als Voraussetzung gesehen, um informiert Position zu beziehen und fokussiert Strategien zu entwickeln.

Hierzu wird am Vormittag in das Thema eingeführt und die Diskussion angestoßen: So werden dominierende Narrative und Strategien im Umgang mit der Vielfalt und Komplexität der Kultur- und Kreativwirtschaft identifiziert (Einführung), in einem Praxisbeispiel die erfolgreiche Implementierung neuer Standards für Narrative in der Stadt Barcelona veranschaulicht (Keynote I) und die Rolle und Funktion von datenbasierten Experimenten und etablierten sowie neuen methodischen Zugängen im Kontext neuer Narrative für Theorie und Praxis vertieft (Panel).

Am Nachmittag bietet sich den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, die Wirkungsmacht neu formulierter Narrative im Feld der Kultur- und Kreativwirtschaft zu den Themen „Wachstum“, „Innovation“, „Mittelstand“ oder „Global Governance“ im Kontext ihrer eigenen Erfahrungen und Praxis als Akteure im Feld zu prüfen, den eigenen Handlungsspielraum zu reflektieren und den zielführenden Umgang mit diesem zu diskutieren (Workshops).

Die Ergebnisse werden im Anschluss zusammengetragen (Plenum) und ihre potenzielle Wirkung auf das Verhältnis von Kultur, Ökonomie und Kunst reflektiert (Keynote II). Über den Tag hinweg eingestreute Beispiele und Cases von Akteuren der Next Generation im Feld der Kultur- und Kreativwirtschaft stellen den Bezug der Diskussionen zur Realität sicher.

 

Konferenzprogramm

Akkreditierung ab 9 Uhr

Grußwort

Claudia Dörr-Voß, beamtete Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

 

Einführung

Simon Grand und Christoph Weckerle, Ko-Kuratoren des CreativeEconomies research venture an der Zürcher Hochschule der Künste

In ihrer Funktion als Forschungspartner des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft nehmen Grand und Weckerle die Ergebnisse der Internationalen Fachkonferenz 2018 auf und zeigen, wie der Konferenztag 2019 dazu beitragen kann, diese weiterzuführen. Im Sinne einer Grundlage für den Tag identifizieren sie dominierende Narrative und die Tücken ihres vereinfachenden Charakters, um in der Folge zu zeigen, dass die Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft nur jenseits von Standardnarrativen in Wert gesetzt und in zukunftsfähigen Strategien verdichtet werden können. Denn: Der Kultur- und Kreativwirtschaft inhärente Praktiken, Prozesse und Strategien der Erneuerung und Unsicherheitsgestaltung bedürfen neuer Formate, die sichtbar gemacht werden müssen für eine strategische Positionierung des Feldes im globalen Kontext.

 

Panel

  • Roman Page, Datenanalytiker im Statistischen Amt des Kantons Zürich sowie Research Fellow am Creative Economies research venture der Zürcher Hochschule der Künste
  • John Davies, Research Fellow innerhalb des Forschungsgebiets Kreativ- und Digitalwirtschaft bei der Innovationsstiftung NESTA London, Researcher für das CreativeEconomies research venture.der Zürcher Hochschule der Künste
  • Frank Hyde-Antwi, Konzepter an der Schnittstelle von Kunst und Ökonomie, visueller Gestalter und Lehrbeauftragter an der Zürcher Hochschule der Künste

Moderation: Simon Grand und Christoph WeckerleKo-Kuratoren des Creative Economies research venture an der Zürcher Hochschule der Künste

 

Die Berichterstattung zur Kultur- und Kreativwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten erstaunlich wenig verändert: Im Vordergrund steht das jährliche Monitoring – gefolgt von der Kritik, dass sich die feingliedrigen Strukturen des Feldes und seine hohen Dynamiken so kaum abbilden lassen. Wie die dynamischen Dimensionen des Feldes auch anders erfasst und verstanden werden können, wird auf theoretischer Ebene am Beispiel von Modellen (Grand & Weckerle) erläutert. Drei Inputs illustrieren sodann, welche Erkenntnisse (und Narrative) für die Kultur- und Kreativwirtschaftsich in der Anwendung von alternativen und experimentellen Mappings und neuer methodischer Zugänge gewinnen lassen. Roman Page macht die Agilität der Beschreibungen und Perspektiven sichtbar, die sich aus der Kreuzung bereits existierender ländervergleichenden Daten ergeben kann. John Davies zeigt am Beispiel eines Städtevergleichs auf, wie vorhandene Daten aus dem World Wide Web für zukunftsrelevante Aussagen über die Kultur- und Kreativwirtschaftnutzbar gemacht werden können. Ergänzt werden diese quantitativen Experimente durch Einblicke eines internationalen Vergleichs mittels qualitativer Datenerhebung über die Grenzen und Herausforderungen von Experten aus dem Feld im Kontext der Kulturpolitik ihres Landes.

 

Workshops

Die Workshops, an deren Beginn je ein Impulsvortrag steht, dienen der Überführung der Inputs vom Vormittag in eine Diskussion, in die praktische Erfahrungen und Überlegungen der Teilnehmer*innen einfließen sollen. Wie können dominierende Narrative über „Wachstum“, „Innovation“, „Mittelstand“ oder „Global Governance“ umformuliert werden? Welche Konsequenzen ergeben sich bestenfalls aus den neuen Narrativen – auch für die eigene Praxis und unternehmerische/politische Agenda?

 

  • Kultur- und Kreativwirtschaft als Wachstumsbranche

Jeder Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft argumentiert mit den Größen „Wachstum“ und „Beschäftigung“ als den wesentlichen Indikatoren für eine erfolgreiche und relevante Wertschöpfung der Kultur- und Kreativwirtschaft. Im Gespräch mit Akteuren des Feldes spielt jedoch eine Kritik am unhinterfragten Wachstumsparadigma und die Entwicklung überzeugender Postwachstumsmodelle mit einem Fokus auf Werten wie Nachhaltigkeit oder Sinnhaftigkeit eine zentrale Rolle. Wie denkt die Branche über alternative Modelle der Skalierung (scaling-up, scaling-down), über kontinuierliche Erneuerung oder über agile Projektformatenach?
Impulsgeberin: Lena Marbacher
Workshopleitung: Till Hasbach

 

  • Kultur- und Kreativwirtschaft als Innovationstreiber
    Immer wieder wird postuliert, der Staat könne zu Kreativität und Innovation lediglich Beiträge leisten, indem er die notwendigen finanziellen Ressourcen für Innovationsprojekte bereitstelle. Jedoch zeigt nicht nur die Geschichte des Silicon Valley, dass ohne staatliche Interventionen viele wichtige Innovationen nicht möglich (gewesen) wären. Dieser Workshop diskutiert die Frage, wie der Staat von seinem Engagement und den Investitionen in die Kultur- und Kreativwirtschaft profitieren kann, nicht nur kulturell und gesellschaftlich, sondern auch finanziell.
    Impulsgeberin: Dr. Gesa Birnkraut

 

  • Mittelstand im Kontext der Kultur- und Kreativwirtschaft
    In der Kultur- und Kreativwirtschaft werden kleine Strukturen gestützt (Prekariat) bzw. gefördert (Start-ups) und große, globale Player (GAFA) bewundert. Gleichzeitig wissen wir: Unternehmerisch geführte, mittelständische (Familien-)Unternehmen bilden in Europa das Rückgrat einer nachhaltigen wirtschaftlichen, technologischen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklung. Inwiefern können die Charakteristika mittelständischer Unternehmen für die Kultur- und Kreativwirtschaft erschlossen werden?
    Workshopleitung: Jonas Lindemann
     

 

  • Kultur- und Kreativwirtschaft im globalen Kontext
    Immer wieder ist zu lesen, Europa habe kein überzeugendes Soft-Power-Narrativ, dasim globalen Wettbewerb um zukunftsfähige Orientierung bestehen kann. Europa, so heißt es weiter, habe im Vergleich mit Hollywood und einer neuen Seidenstraße nichts zu bieten. Dieser Workshop diskutiert die Frage, welche zentralen Aspekte der Kultur- und Kreativwirtschaftzur erfolgreichen Positionierung Europas beitragen könnten.
    Workshopleitung: Mathias Leitner

 

Keynote


Wolfgang Ulrich, 
Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler, Medientheoretiker, Berater und Zeitungs- und Buchautor, u. a. des jüngst erschienen Buchs „Selfies. Die Rückkehr des öffentlichen Lebens.“

Vor seinem Hintergrund als Experte für Zeitgeist und anderen die Schnittstelle von Kunst, Ökonomie und Kultur betreffenden Themen wird Ullrich die Erkenntnisse des Tages kritisch einordnen und ihre Bedeutung für eine künftige Agenda wagen.

Stagehost: Jasmin Grimm

 

Die Internationale Fachkonferenz wird in Zusammenarbeit mit dem Forschungspartner des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes – dem Research Venture CreativeEconomies – durchgeführt.

 

— english version —

 

>>> accreditation

 

After the International Research Symposium 2018 named the diversity and complexity of the cultural and creative industries, this year’s conference will show possibilities to make them fruitful by means of new narratives, methodological approaches and specific strategies.

The aim of the development of new narratives as way of worldmaking (Goodman, 1978) and sensemaking (Madsbjerg, 2016) is to grasp the effects of the cultural and creative industries in their complexity, their complex relationships and practices and their potentials and to make them tangible in their significance for the future: nationally and internationally, in theory and practice, through the eyes of experts and the next generation, through inspiration and exchange. This is seen as a prerequisite for taking an informed position and developing focused strategies.

In the morning, the topic will be introduced and the discussion will be initiated: Thus, dominant narratives and strategies in dealing with the diversity and complexity of the cultural and creative industries will be identified (introduction), the successful implementation of new standards for narratives in the city of Barcelona will be illustrated in a practical example (Keynote I) and the role and function of data-based experiments and established as well as new methodological approaches in the context of new narratives for theory and practice will be deepened (panel).

In the afternoon, participants will have the opportunity to examine the impact of newly formulated narratives in the field of cultural and creative industries on the topics of “growth”, “innovation”, ” mid-sized companies” or “global governance” in the context of their own experience and practice as actors in the field, to reflect on their own scope for action and to discuss how to deal with it in a targeted manner (workshops).

The results will then be compiled (plenum) and their potential impact on the relationship between culture, economy and art will be reflected upon (keynote II). Examples and cases of actors of the next generation in the field of cultural and creative industries interspersed throughout the day will ensure that the discussions relate to reality.

 

Conference programme

Accredidation starts 9 AM

Greeting
Claudia Dörr-Voß, State Secretary at the Federal Ministry of Economics and Energy

Introduction

Simon Grand andChristoph Weckerle, co-curators of the CreativeEconomies research venture at the Zurich University of the Arts

In their function as research partners of the Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, Grand and Weckerle will take up the results of the International Research Symposium 2018 and show how the Conference Day 2019 can contribute to the continuation of these results. As a basis for the day, they identify dominant narratives and the pitfalls of their simplistic character in order to show that the potentials of the cultural and creative industries can only be valued beyond standard narratives and condensed into sustainable strategies. This is because practices, processes and strategies of renewal and uncertainty shaping inherent in the cultural and creative industries require new formats that must be made visible for a strategic positioning of the field in the global context.

 

Panel

  • Roman Page, data analyst at the Statistical Office of the Canton of Zurich and Research Fellow at the CreativeEconomies research venture of the Zurich University of the Arts
  • John Davies, Research Fellow within the Research Field Creative and Digital Economy at the Innovation Foundation NESTA London, Researcher for the Creative Economies research venture.of the Zurich University of the Arts
  • Frank Hyde-Antwi, conceptual designer at the interface of art and economy, visual designer and lecturer at the Zurich University of the Arts

Moderated by: Simon Grand and Christoph Weckerle, co-curators of the CreativeEconomies research venture at the Zurich University of the Arts

Reporting on the cultural and creative industries has changed surprisingly little in recent decades: The focus is on annual monitoring – followed by the criticism that the fine structures of the field and its high dynamics can hardly be reproduced in this way. How the dynamic dimensions of the field can be grasped and understood differently is explained on a theoretical level using models (Grand & Weckerle) as an example. Three inputs then illustrate which insights (and narratives) can be gained for the cultural and creative industries through the application of alternative and experimental mappings and new methodological approaches. Roman Page makes visible the agility of the descriptions and perspectives that can result from the intersection of already existing cross-country comparative data. Using the example of a city comparison, John Davies shows how existing data from the World Wide Web can be used for future-relevant statements about the cultural and creative industries. These quantitative experiments are complemented by insights from an international comparison using qualitative data collection on the boundaries and challenges of experts from the field in the context of their country’s cultural policy.

 

Workshops


The workshops, each of which begins with a keynote speech, are designed to transfer the inputs from the morning into a discussion that will incorporate the participants’ practical experience and reflections. How can dominant narratives about “growth”, “innovation”, “SMEs” or “global governance” be reformulated? What are the consequences at best of the new narratives – also for one’s own practice and entrepreneurial/political agenda?

 

  • Culture and creative industries as a growth industry

Each report on the cultural and creative industries argues with the variables “growth” and “employment” as the essential indicators for a successful and relevant added value of the cultural and creative industries. In discussions with actors in the field, however, criticism of the unquestioned growth paradigm and the development of convincing post-growth models with a focus on values such as sustainability or meaningfulness plays a central role. How does the industry think about alternative models of scaling-up, scaling-down, continuous renewal or agile project formats?
Keynote lecture by Lena Marbacher
Workshop leader: Till Hasbach

 

  • Culture and creative industries as drivers of innovation
    It is repeatedly postulated that the state can only contribute to creativity and innovation by providing the necessary financial resources for innovation projects. However, it is not only the history of Silicon Valley that shows that many important innovations would not (have been) possible without state intervention. This workshop discusses the question of how the state can benefit from its commitment and investment in the cultural and creative industries, not only culturally and socially, but also financially.
    Keynote lecture by Dr. Gesa Birnkraut

 

  • Mid-sized companies in the context of cultural and creative industries
    In the cultural and creative industries, small structures are supported (precariat) or promoted (start-ups) and large global players (GAFA) are admired. At the same time, we know: Entrepreneurial, medium-sized (family) enterprises form the backbone of sustainable economic, technological, social and political development in Europe. To what extent can the characteristics of small and medium-sized enterprises be developed for the cultural and creative industries?
    Workshop leader: Jonas Lindemann

 

  • Cultural and creative industries in a global context
    Again and again it is said that Europe has no convincing soft power narrative that can survive in the global competition for sustainable orientation. Europe, it continues, has nothing to offer compared to Hollywood and a new Silk Road. This workshop discusses the question of which central aspects of the cultural and creative industries could contribute to the successful positioning of Europe.
    Workshop leader: Mathias Leitner


Keynote

Wolfgang Ulrich, art historian, cultural scientist, media theorist, consultant   and author of newspapers and books, including the recently published book “Selfies. The Return of public life.”
Against his background as an expert on the zeitgeist and other topics concerning the interface between art, economy and culture, Ullrich will critically classify the insights of the day and venture their significance for a future agenda. 

Stagehost: Jasmin Grimm

The symposium is co-curated by the research partner of the Federal Government’s Center of Excellence for the Cultural and Creative Industries: Research Venture CreativeEconomies.